Universität Osnabrück

Institut für Erziehungswissenschaft


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Forschung

Laufende Projekte

 

Familiale Bearbeitung des Übergangs in die Grundschule


Das Projekt untersucht, welche Veränderungen in der Familie im Zusammenhang mit dem
Übergang des ersten Kindes in die Grundschule auftreten. Es richtet dazu sein Augenmerk
auf das Zusammenspiel von familialen Praktiken mit der Materialität der familialen
Umgebung bei der Transformation des familialen Erfahrungsraums. Die interaktiven und
kommunikativen Praktiken in der Familie sowie die Wohnräume der Familie einschließlich
der dort arrangierten und gebrauchten Dinge werden ethnographisch daraufhin
untersucht, welche neuen Themen, Praxisformen und Dinge in der Phase des Schuleintritts
des ersten Kindes in der Familie auftreten und wie die neuen Erfahrungen in der Familie
bearbeitet werden. Zum Einsatz kommen sowohl offene als auch fokussierte
Erhebungsinstrumente wie leitfadengestützte Interviews mit Eltern und mit Kindern,
Familiengespräche sowie videografische und fotografische Selbstdokumentationen. Die
Untersuchung zielt darauf, empirisch fundierte Erkenntnisse über in der Familie
auftretende Entgrenzungen zwischen Familie und Schule zu generieren, auch um auf
dieser Grundlage nach den Bildungspotentialen zu fragen, die sich durch Differenzen und
Übereinstimmungen zwischen diesen Lebensbereichen ergeben. Anhand der Reaktionen
der Familie auf die sich ihr stellenden gesellschaftlichen Aufgaben und Erwartungen sollen
schließlich auch pädagogisch relevante Formen der Reflexivität der Familie als
Lebensgemeinschaft der Generationen empirisch erschlossen werden.

Laufzeit: 2014/09 - 2018/01
Projektleitung und Antragstellung: Dr. Dominik Krinninger
Mitarbeit: Kaja Keseelhut, M.A.; Richard Sandig, M.A.
Förderung: DFG (KR 3919/1-1)

 
Habilitationsprojekt: Erfahrung als gemeinschaftliche Praxis.
Studien zu Erziehung und Bildung in der Familie

Das Habilitationsprojekt ist an das DFG-Projekt „Familie als kulturelles Erziehungsmilieu“
(FKE) gekoppelt. In der Verknüpfung von erziehungs- und bildungstheoretischen Interessen
mit Perspektiven der pädagogischen Familienforschung wird die Familie als
pädagogische Gemeinschaft untersucht. Im Mittelpunkt stehen dabei Erfahrungsprozesse,
die sich im familialen Alltag in den exemplarischen Bereichen des Kinderspiels, der
Mahlzeiten und des Fernsehens vollziehen. Die Pädagogizität der Familie wird in einer
praktischen Reflexivität verortet, mit der kulturelle Gehalte und Formen der
Vergemeinschaftung durch die Familie aufgegriffen und praktisch bearbeitet werden.
Damit wird der familiale Erfahrungsraum auch in seinen Bildungspotentialen für die Kinder
in den Blick genommen. Mit dem Ansatz einer empirisch gestützten Erziehungs- und
Bildungstheorie werden ausgewählte, im Projekt FKE erhobene Materialien einer
Sekundäranalyse unterzogen. Die empirischen Analysen werden mit theoretischen
Perspektiven verknüpft, mit denen die Familie als Erfahrungsgemeinschaft erfasst wird
(v.a. Deweys Konzept von ‚education‘ als Teilgeschehen des Zusammenlebens einer
Gemeinschaft) und mit denen die Interferenzen zwischen Subjektivität und Sozialität im
familialen Geschehen beschreibbar gemacht werden (subjekt- und anerkennungstheoretische
Ansätze u. a. von Butler und Ricoeur).

Abgeschlossene Projekte

Familie als kulturelles Erziehungsmilieu. Studien zum Bildungssinn familialer
Kulturerfahrungen am Beispiel des Spiels, des Fernsehens und der Familienmahlzeiten

Welche bildende Bedeutung hat die Familie als kulturelles Erziehungsmilieu? Wie lässt sich
das kulturelle Anregungspotenzial einer Familie differenzieren? Vor dem Hintergrund der
neueren Diskussion um informelle Bildungsprozesse und die Bedeutung der Familie für
den Bildungsweg der Kinder wurden in ausgewählten Erfahrungsfeldern (Mahlzeiten,
Spiel, Fernsehen) Familien als kulturelles Erziehungsmilieu rekonstruiert. Ein besonderer
Schwerpunkt der Analysen liegt auf dem originären Bildungssinn der Familie, der sie
gegenüber dem formal organisierten Erziehungs- und Bildungssystem als komplementäres
Feld der Kulturvermittlung auszeichnet. Dementsprechend liegt dem Vorhaben ein
Bildungsbegriff zugrunde, der nicht mit dem Begriff des Habituserwerbs (Bourdieu)
identisch ist, sondern darüber hinaus nach der produktiven Nutzung der Spielräume fragt,
die im sozialkulturellen Milieu einer Familie bestehen. Untersucht wurden im Sinne
detaillierter Fallanalysen acht Familien, wobei als Datengrundlage Videoaufzeichnungen,
Fotografien, Beobachtungsprotokolle, Gruppen- und Einzelinterviews sowie standardisiert
erhobene, deskriptive Merkmale dienen. Der methodische Ansatz folgt der pädagogischen
Ethnografie und verbindet im analytischen Vorgehen Strategien der rekonstruktiven
Sozialforschung mit hermeneutischen Ansätzen.

Laufzeit:  2008/07 - 2012/03
Projektleitung: Prof. Dr. Hans-Rüdiger Müller und Dr. Dominik Krinninger
Antragsteller: Prof. Dr. Hans-Rüdiger Müller (Förderjahre 1 und 2)
Prof. Dr. Hans-Rüdiger Müller und Dr. Dominik Krinninger (Förderjahr 3)
Förderung: DFG (MU 1450/5-1 und MU 1450/5-2)